26 Nov 2018

Food Photography auf den großen Tafeln der Kinogeschichte

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre sind Erzählung und filmische Aufnahmen von Lebensmitteln sowohl auf der Leinwand als auch im Fernsehen immer beliebter geworden. Doch die Thematik ist in der Welt des Kinos seit jeher von großer Faszination geprägt. Überhaupt betreibt man seit der Antike einen hohen Aufwand dafür, wie Essen präsentiert wird.

Aus diesem Grund werden die Darstellung der Gerichte und Essensaufnahmen zu einer zentralen Paarung in zahlreichen Filmen, auch in solchen, deren Handlung sich nicht vorrangig um Lebensmittel dreht.

Wir möchten euch eine leckere Reihe großer Kinoschlemmereien des 19. Jahrhunderts vorstellen. Doch eröffnen wir mit einem Beispiel, das zeigt, wie Essen einen Film auf erzählerischer und szenischer Ebene beeinflussen kann, auch wenn dieser im Grunde andere Themen behandelt.

Erinnert euch an die Szene beim Mittagessen in Der Leopard (1963, Originaltitel: Il Gattopardo), in der uns neben den handlungstragenden Dialogen eine Fülle an zusätzlichen Elementen bei der Interpretation der damaligen Welt, ihrer Traditionen und ihrer bevorstehenden Entwicklungen hilft.

 

 

Kommen wir nun aber zu Filmen, deren Hauptdarsteller das Essen und dessen Darstellung sind.

 

Vatel, Bertrand Russel, 2000

Wir befinden uns im Jahr 1671. Koch und Zeremonienmeister Vatel hat drei Tage Zeit, um seinen Herren, den Prince de Condé, wieder in Gnaden des Sonnenkönigs zu bringen. Das gelingt ihm, trotz des hohen Preises, den er dafür zahlt. Der Film aus dem Jahr 2000 zeigt neben prunkvollen Kostümen und aufwendigen Kulissen auch die Pracht und Ausgefeiltheit der Gerichte dieser Epoche.

 

 

Babettes Fest, Gabriel Axel, 1987

Zwei Jahrhunderte später herrscht eine komplett andere Atmosphäre: Wir befinden uns in einem kleinen dänischen Dorf. Babette ist Köchin und Haushälterin zweier älterer Schwestern, Töchter eines protestantischen Pastors. Während eines einmaligen, großen Festessens entdecken diese die wahren Gaumenfreuden.
Wie in Vatel richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Essen schon während seiner Zubereitung, die für Babette ein einsamer und gewissenhafter Vorgang ist, von der Kamera auf ebenso künstlerische Weise eingefangen.

 

 

Das große Fressen, Marco Ferreri, 1973

Ugo, Marcello, Philippe und Michel – Kenner, Freunde und Liebhaber guter Küche – planen, ihrem Leben ein Ende zu setzen, indem sie sich essend umbringen.
Der Film ist ein Fest der Rezepte, voller Tabletts, meisterhafter Zubereitungen und allegorischer Darbietungen, die trotz aller Dekadenz um sie herum unbeirrt weiter aufgefahren werden.

 

 

Big Night, Stanley Tucci and Campbell Scott, 1996

Ein Film über Italiener, die versuchen, Amerikanern italienische Kost näherzubringen. Das Restaurant zweier Brüder hat Startschwierigkeiten und so entschließen sie sich, einen großen Abend mit Essen und dem berühmten Sänger Louis Prima zu veranstalten. Obwohl der Ehrengast nicht auftaucht, findet das Abendessen statt, und die übrigen Gäste sind verblüfft über das leckere Mahl. Erneut kann man bewundern, welche Liebe und Sorgfalt die Italiener mit ihrem Essen verbinden.